Freitag, 28. Juli 2023

 Heute bekam ich um 17.45 einen Anruf, den ich hier als Aktennotiz hinterlege. Unter der Telefonnummer 089 2000375 wurde ich angerufen mit der Frage, ob ich mich an einer Umfrage zum Thema Öffentlicher Nahverkehr äußern möchte. Ich sagte: "Ja, aber nicht jetzt..." Das Gespräch wurde zügig beendet. Ich weiß nicht, ob ich hiermit etwas "gekauft" habe, also meine Stimme manipulativ engesetzt wird. Deshalb diese Notiz. Als Dokumentation

Freitag, 21. Juni 2013

Feiern wir die AS/400 mit IBMs Pressemitteilung

25 Jahre IBM AS/400
Das integrierte System wurde am 21. Juni 1988 weltweit vorgestellt / robustes Allround-Computer-System für kaufmännische Aufgaben / Power-Systeme mit der IBM i-Softwareplattform für Zukunftsaufgaben gerüstet

Stuttgart-Ehningen, 20. Juni 2013: IBM (NYSE: IBM) erinnert an das fünfundzwanzigste Jubiläum der Markteinführung der IBM AS/400-Systeme. Die hochintegrierte Serverlinie für Unternehmen, welche mit möglichst wenig Verwaltungsaufwand eine Vielzahl kaufmännischer Aufgabenstellungen erledigen wollen, hat sich bis heute hunderttausendfach verkauft und lebt in Form der IBM Power Systems zusammen mit der integrierten Betriebssystemplattform IBM i  weiter.

Die AS/400 wurde am 21. Juni 1988 als gemeinsame Weiterentwicklung der IBM Midrange-Systeme System/36 und System/38 auf den Markt gebracht.  Im Jahre 2000 wurde die AS/400 im Rahmen der IBM eServer-Produktfamilien-Einführung in iSeries umbenannt, im Jahr 2007 wurden die Computer zum System i. Die Verschmelzung mit der System p-Serverfamilie führte zu den heutigen Power Systems. Die Produktfamilie steht für herausragende Kompatibilität, hohe Verbreitung bei mittelständischen und größeren Unternehmen und verhältnismäßig geringen Administrationsaufwand. Durch die Integration von Datenbank und Betriebssystem sowie von Haus aus vielen bereits vorinstallierten Funktionen hat die AS/400 bereits vor einem Vierteljahrhundert das Konzept der heute verbreiteten Appliances vorweggenommen.  Sogar die aktuelle Linie der hochintegrierten IBM Puresystems führt den Gedanken der AS/400 in anderem Kontext plattformübergreifend weiter.

Ralf Dannemann, Direktor IBM Power System Deutschland, erläutert: "Für die meisten unserer Kunden ist Investitionsschutz ein zentrales Element ihrer IT-Investitionsstrategie. Gekoppelt mit der Fähigkeit, sich immer wieder an neue Entwicklungen anzupassen, ist damit die Entscheidung für die IBM AS/400-Plattform bis auf den heutigen Tag für diese Anwender ein Erfolgsrezept, das sich in vielfacher Weise amortisieren konnte."

Aktuelle Power Systems-Server sind für modernste Aufgaben als Multiplattformsysteme gerüstet, etwas für den Betrieb von Linux und Unix (AIX), Lotus Domino, Java, für eine Vielzahl kaufmännischer und technischer Anwendungen und den Einsatz als Web-Server. Tausende betriebswirtschaftlicher Anwendungen stehen für die IBM i-Plattform von einem breit aufgestellten ISV-Ökosystem bereit. Die aktuellen IBM Power Systems-Server sind hochskalierbar. Anwender können die Plattform als relativ kleine Maschine bereits mit wenigen Benutzern betreiben, aber auch in sehr großen Dimensionen mit tausenden Benutzern.Für Aufgaben im Web- und Cloud-Umfeld sowie als Server für Analytik-, Big-Data- und Mobile-Aufgaben ist das System ebenfalls gerüstet.

Die Entwicklung der AS/400-Plattform (Projekt Silverlake) griff auf viele Vorüberlegungen zu modernen Computersystemen (Future Systems) zurück. Hauptverantwortlich war Frank G. Soltis, Chef-Entwickler bei IBM in Rochester und Professor für Computer-Engineering an der Universität von Minnesota. Soltis entwickelte die fundamentalen Design-Konzepte des Systems, die noch immer weitgehend gültig sind.

Aus Anlass des Jubiläums hat IBM aktuell auch die IBM i 25th Anniversary Edition aufgelegt, die für die IBM Power 720 und 740-Systeme verfügbar ist. Die Anniversary Edition baut auf der IBM i Solution Editon für Power 720 und 740 auf und enthält zusätzlich Servicegutscheine für Anwender, eine No-charge-IBM i 7.1 Prozessorlizenz und erweiterte ISV-Unterstützung 
(Details: http://www-304.ibm.com/shop/americas/content/home/store_IBMPublicUSA/en_US/IBMi25thEdition.html )

Für Anwender in hohem Mass nützlich ist immer wieder die Anpassungsfähigkeit der AS/400 Architektur, die die Konstrukteure in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts vorausschauend eingebaut haben. IBM i hat damit gute Chancen, auch in der weiteren Zukunft weiter erfolgreich zu sein.  Colin Parris, General Manager IBM Power Systems, bestätigt dies in seinem White Paper "IBM i - An executive guide to IBM’s strategy and roadmap for its integrated operating environment for Power Systems": "You will find that our commitment to our IBM i clients, ISVs and business partners is solid and unchanged. We continue to make substantial investments in the future of IBM i as an important, strategic element in our IBM systems portfolio." Im ISV Advisory Council und mit der COMMON Large User Group berät die IBM über die künftige Entwicklung von IBM i. In einem Blog vom IBM i Chief Architect Steve Will wird berichtet, dass heute bereits an den beiden nächsten Major Software-Release nach IBM i 7.2 gearbeitet wird, deren Support bis jenseits 2025 geplant ist.

Dienstag, 18. Juni 2013

Digitale Dynamik: Die TeleFusion (1993)

Autor: Raimund Vollmer


»Wenn die achtziger Jahre die Zeit der Medientycoons war, so sind die neunziger Jahre die Ära der selbsternannten Vi­sio­näre.« The Economist, 16. Oktober 1993
New York. Mittwoch. 13. Oktober 1993. Es war der »Deal des Jahr­hun­derts« (Wall Street Journal). Doch lediglich eine Hand­voll Ein­ge­weih­­ter wusste davon. Selbst in Vier‑Augen‑Ge­sprä­chen hatten die bei­den höchsten Akteure, Raymond W. Smith und John C. Malone, in den Wo­chen zuvor über ihre Fir­men nur in [1]Codenamen gesprochen. Nun wurde die TeleFusion pu­blik: Ein multimedialer Koloss mit einem gemein­sa­men Vermögenswert von 60 Mil­liarden Dollar soll ent­stehen:

Der vornehme Fernmelde­riese Bell At­lantic mit dem Codenamen Shamrock (Umsatz: 12,6 Mil­liarden Dollar) schluckt für einen Betrag zwischen 28 und 33 Mil­liarden Dollar

den größten und wildesten amerikanischen Kabel­fern­seh­betreiber, die Tele‑Com­mu­ni­cations Inc.(TCI). (Umsatz 3,6 Milliarden Dollar) aus Denver (Co­lorado). Deren Co­de­name: Ireland.[2]

Die Bedeutung dieses gigantischen Zusammenschlusses, auf den sich zwei so unterschiedliche Unternehmertypen wie Bell Atlantic‑Chef Smith und TCI‑Boß Malone geeinigt hatten, werde größer sein als ihr ge­mein­sames Ver­mögen. So kom­men­tierte das bri­ti­sche Wirt­schafts­ma­gazin The Econo­mist das Jahr­hun­dert­ereignis: »Es ver­heißt letztlich eine Revo­lu­tion in der Tele­kom­mu­nikation, die die Welt verändern wird.«[3] Und die Lon­do­ner Fi­nancial Times prophezeite, dass diese TeleFusion eine »Menge Nach­ahmer bei den anderen Firmen des Fernmeldebe­reiches und der Ka­bel­fernsehbranche« finden werde.[4]

Das amerikanische Wirtschaftsmagazin Fortune stieß ins selbe Horn und mutmaßte, dass jetzt an den Börsen ein »Deal nach dem anderen« abgespult werde. Jeder sei dabei von derselben »digi­talen Dyna­mik« angetrieben, die auch Bell Atlantic und TCI zusam­mengebracht habe.[5] Business Week nann­te den neuen Verbund die »kühn­ste Wette auf die kommende Konvergenz von Com­pu­ter, Kommu­ni­kation und Me­dien«. Die Vereinigung dieser drei Tech­no­logiefelder bildet den Hinter­grund für die Ver­schmel­zung von Un­ter­nehmen.[6] Aber sollte der Deal tatsächlich Schule machen, dann wäre nicht die Computerindustrie der Systemführer, son­dern die Fernmeldebetreiber.

»Ziel all dieser Aktivität ist, die integrierten Informations­konzerne des 21. Jahrhunderts zu schaf­­fen«, konstatierte griffig & richtig Konrad Seitz, deutscher Botschafter in Italien und Mitglied der baden‑württem­bergischen »Zukunftskommission 2000«.[7] Anstatt aber nun daraus die Erkenntnis zu gewinnen, dass diese »integrierten Informations­kon­zerne« schlichtweg die Allgegenwart der Technologie voraussetzen und die wahre Schlacht um die Herr­schaft über immaterielle Güter, um die Inhalte, geführt wird, fällt Seitz wieder zurück in die Hochtech­no­logie‑Debatte, die er selbst Anfang der neun­ziger Jahre initiiert hatte. »Wer auf die Geschichte der euro­päi­schen Halbleiter‑, Computer‑ und Unterhaltungselektronik, aber auch der Industrie der neuen Werkstoffe in den achtziger Jahren zurückblickt, der blickt auf eine Geschichte ununter­bro­che­nen Rückzugs«, meint der Nationaltechnologe in der Hamburger Wo­chen­zeitung Die Zeit. Nicht falsch, aber das Drama dieses Rück­zugs besteht darin, dass wir unentwegt die Zukunft nachahmen, die andere uns vormachen. Wir betreiben immer nur Aufholjagden, die stets in einer Subventionierung der Zukunft von gestern en­det.

Im Prinzip stagniert unsere Diskussion auf dem Niveau der sechziger Jahre, als der französische Publizist Jean‑Jacques Ser­van‑Schreiber in seinem Buch Die amerikanische Herausforderung beschwor und vor ihrem Hintergrund die erste große und teure Aufholjagd anregte. Sie überdeckte das eigentliche Dilemma: Wir lassen uns auf keine Denkabenteuer ein. Herbert Henz­ler, Deutschland‑Chef der Unternehmensbera­tung McKinsey, ist viel näher am ei­gent­lichen Kritikpunkt, wenn er deutschen Vorständen »mangelnde Visio­nen und unklare Ziele« vorwirft.[8] Ihnen fehlt die Gabe, neue Welten zu insze­nieren, die vor allem den Platz anregen, der Zukunft stets am schnell­sten vorwegnimmt: die Börse.


[1] The Economist, 16.10.93: »The tangled webs they wave«

[2] Business Week, 25.10.93, Mark Land­ler, Bert Ziegler, Mark Levy, Leah Nathins Spiro: »Bell‑Rin­ger«

[3] The Economist, 16.10.93: »Make way for multimedia«

[4] Financial Times, 14.10.93, Mar­tin Dickson: »Bell ring for pro­phets of informa­tion age«

[5] Fortune, 15.11.93, John Huey/Andrew Kupfer: »What that merger means for you«

[6] Business Week, 25.10.93, Mark Land­ler, Bert Ziegler, Mark Levy, Leah Nathins Spiro: »Bell‑Rin­ger«

[7] Die Zeit, 12.11.93, Konrad Seitz: »Rat für die Zukunft«


[8] Die Zeit, 5.11.93: »Vom Pioniergeist keine Spur«

Montag, 17. Juni 2013

IBM Presseinformation: Jülich ist Europameister im Supercomputing


Supercomputer JUQUEEN erneut Europas leistungsstärkster Rechner
Forschungszentrum Jülich und IBM nehmen Auszeichnung auf ISC-Konferenz entgegen / Platz 7 der Top500-Liste

Leipzig, 17. Juni 2013: Der JUQUEEN-Supercomputer des Forschungszentrums Jülich ist erneut Europas leistungsstärkster Supercomputer. Das Forschungszentrum Jülich als Betreiber und IBM als Hersteller nahmen am Montag die Auszeichnung auf der Internationalen Supercomputing Conference in Leipzig durch Prof.Dr. Hans Meuer, Organisator der ISC-Konferenz, entgegen. Aktuell hält das System, ein IBM Blue Gene/Q Supercomputer, auch die Position 7 auf der Liste der leistungsstärksten Supercomputer der Welt. Der Rechner besteht aus ca. 450.000 Prozessorkernen und erreicht eine LINPACK-Leistung von ca. 5,008 Petaflop/s. Aufgrund seiner vergleichsweise niedrig getakteten Prozessoren gilt das System als besonders energieeffizient.  

Der Supercomputer wurde seit Inbetriebnahme im Jahr 2012 nochmals erweitert von 24 auf 28 Racks. Gleichzeitig wurde das Speichersystem durch eine der ersten IBM System x-GPFS-Storage-Server-(GSS-)Installationen weltweit ausgebaut, mit einer  Nutzkapazität von 7 PB.

Andreas Pflieger, Leiter Vertrieb Wissenschaft und Forschung, IBM Deutschland, erläutert: "IBM Blue Gene/Q-Systeme haben eine enorm hohe Energieeffizienz und erreichen dabei eine beachtliche Rechenleistung. Das FZ Jülich hat sich bewußt für diese Architektur entschieden, um die wissenschaftlichen Aufgaben seiner angeschlossenen Forscher bestmöglich zu unterstützen. GSS basiert auf der innovativen GPFS-Software-RAID-Technologie und bildet mit seiner Leistung, Zuverlässigkeit und Datenintegrität einen Eckpfeiler unsere Datenmanagement-Strategie."

Prof. Dr. Dr. Thomas Lippert, Leiter des Jülich Supercomputing Centre, vertieft: "Mit JUQUEEN haben wir die ideale Synthese aus sehr hoher Rechenleistung und niedrigem Energieverbrauch. Das System erlaubt Forschern aus Deutschland und Ländern der europäischen Union Modelle hochkomplexer Systeme soweit zu verfeinern, dass die Simulationen neben weit genaueren, realitätsnahen Ergebnissen auch völlig neue, überraschende Phänomene sichtbar machen. Die Kontinuität der Systeme und der Systemsoftware der Blue Gene-Linie über 10 Jahre erlaubte eine zunehmend effiziente Nutzung durch die Anwender und ist ausschlaggebend für den Erfolg dieser führenden Höchstleistungsrechner."

Donnerstag, 16. Mai 2013

Pressemitteilung: USU mit verhaltenem Start

USU Software AG bestätigt nach erwartungsgemäß verhaltenem Start ins laufende Jahr Planung für Gesamtjahr 2013 – deutliches Wachstum aus Produktinnovationen, CA-Partnerschaft und neuer Konzerntochter BIG Social Media avisiert
Möglingen, 16. Mai 2013 - Die USU Software AG (ISIN DE000A0BVU28) und ihre Tochtergesellschaften (nachfolgend auch „USU“ oder „USU-Gruppe genannt) erzielten im ersten Quartal 2013 konzernweit einen Umsatz nach IFRS in Höhe von TEUR 12.343 (Q1/2012: TEUR 12.582). Der ausgewiesene Rückgang des Konzernumsatzes von 1,9 Prozent gegenüber Q1/2012 spiegelt die bereits im Vorjahresquartal erzielten größeren Projektabschlüsse der USU-Gruppe wider, welche im Berichtsjahr 2013 erst für das zweite Halbjahr avisiert werden. Neben der Realisierung von Umsatzerlösen aus der Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Softwarekonzern CA Technologies („CA“), welche ab dem laufenden zweiten Quartal 2013 zum Tragen kommen, sollen hierzu auch die neuen Produktinnovationen beitragen, die im Betrachtungszeitraum noch zu entsprechenden Entwicklungsaufwendungen führten und im Juni 2013 in den Markt eingeführt werden. Das Berichtsquartal war zudem geprägt von der mehrheitlichen Übernahme des Social Media Unternehmens BIG Social Media GmbH („BIG“) sowie den gezielten zusätzlichen Ausbau der Konzernbelegschaft für die Umsetzung der avisierten Geschäftsausweitung in den Folgequartalen.
Ungeachtet der beschriebenen Zusatzinvestitionen erzielte die USU-Gruppe im Berichtsquartal Q1/2013 ein leicht positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von TEUR 2 (Q1/2012: TEUR -119), wobei der Vorjahreswert maßgeblich von einem Sondereffekt infolge der finalen Aspera-Übernahme beeinflusst wurde. Unter Hinzurechnung der Abschreibungen von TEUR 350 (Q1/2012: TEUR 448) summierte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf TEUR -348 (Q1/2012: TEUR -567). Das Konzernergebnis belief sich im ersten Quartal 2013 auf TEUR -434 (Q1/2012: TEUR -1.264) bzw. EUR -0,04 (Q1/2012: EUR -0,12) pro Aktie.
Unter Herausrechnung der akquisitionsbedingten Sondereffekte erzielte die USU-Gruppe im ersten Quartal 2013 ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Bereinigtes EBIT) in Höhe von TEUR 22 (Q1/2012: TEUR 1.675). Das Bereinigte Konzernergebnis belief sich auf TEUR -71 (Q1/2012: TEUR 1.001). Dies entspricht einem Bereinigten Ergebnis je Aktie von EUR -0,01 (Q1/2012: EUR 0,10).
Der Cash-Flow aus der betrieblichen Tätigkeit der USU-Gruppe verbesserte sich von TEUR 2.469 im ersten Quartal 2012 auf TEUR 7.315 in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres. Neben der im Vorjahresvergleich ausgewiesenen leichten Ergebnisverbesserung nach IFRS führten hauptsächlich Veränderungen im Working Capital aufgrund gestiegener Einnahmen aus Wartungsverträgen sowie Einnahmen aus einer im Rahmen des Partnerschaftsvertrages mit CA bereits erhaltenen Anzahlung zu dieser Erhöhung. Entsprechend stieg auch die Konzernliquidität der USU-Gruppe auf von TEUR 11.408 zum 31. Dezember 2012 auf TEUR 17.065 zum Ende des Berichtsquartals. Das Eigenkapital belief sich zum 31. März 2013 auf TEUR 51.849 (31. Dezember 2012: TEUR 52.295), während das Fremdkapital, im Wesentlichen bedingt durch die Kaufpreisverbindlichkeit für die avisierte vollständige BIG-Übernahme, Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen aufgrund der ersten vertragsgemäßen CA-Zahlung sowie stichtagsbedingt erhöhten passiven Rechnungsabgrenzungsposten, auf TEUR 31.051 (31. Dezember 2012: TEUR 14.426) anstieg. Bei einer Bilanzsumme von TEUR 82.900 (31. Dezember 2012: TEUR 66.721) lag die Eigenkapitalquote zum 31. März 2013 entsprechend bei 62,5% (31. Dezember 2012: 78,4%).
Nach dem verhaltenen Start in Geschäftsjahr 2013 erwartet der Vorstand der USU Software AG für die Folgequartale eine deutlich verbesserte Geschäftsentwicklung, die insbesondere im zweiten Halbjahr 2013 zu einem signifikanten Umsatz- und Ergebniszuwachs führen soll. Neben größeren Projektaufträgen aus dem bestehenden Portfolio sollen dazu auch Umsätze aus den neuen Produktinnovationen beitragen. Zugleich sollen bestehende Auslastungslücken im produktunabhängigen Servicegeschäft durch die sukzessive Neugewinnung von Folgeaufträgen kurzfristig geschlossen werden. Aus der Internationalisierung der USU-Gruppe, welche im Berichtsquartal einen im Vorjahresvergleich gesunkenen Umsatzanteil von 14,1% (Q1/2012: 17,9%) zu den Konzernerlösen beisteuerte, rechnet der Vorstand für das Gesamtjahr 2013 gleichfalls mit einem Wachstum. Dieses soll sowohl aus der CA-Partnerschaft als auch einem deutlichem Ausbau der Geschäftstätigkeit der in 2012 gegründeten US-Tochtergesellschaft Aspera Technologies Inc. resultieren. Schließlich wird auch das im Berichtsquartal mehrheitlich akquirierte Social Media-Unternehmen BIG vor allem im zweiten Halbjahr 2013 einen maßgeblichen Umsatz- und Ergebnisbeitrag zum Gesamtkonzern beisteuern.
In Summe bestätigt der Vorstand das Ziel einer Ausweitung der Umsatzerlöse im Gesamtjahr 2013 auf mindestens EUR 58 Mio. (2012: EUR 51,2 Mio.). Das Bereinigte EBIT soll im gleichen Zeitraum auf über EUR 8 Mio. (2012: EUR 7,1 Mio.) ausgebaut werden.
Dabei sollen die Aktionäre der USU Software AG wiederum maßgeblich am Unternehmenserfolg der Gesellschaft in Form einer Dividende beteiligt werden. Für das Geschäftsjahr 2012 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung der USU Software AG, welche am 6. Juni 2013 in Ludwigsburg stattfinden wird, eine um 25% gegenüber dem Vorjahr erhöhte Gewinnausschüttung von EUR 0,25 je Aktie vorgeschlagen. Schließlich bestätigt der Vorstand die Mittelfristplanung der USU Software AG, welche ein Überschreiten der EUR 100 Mio.-Umsatzmarke im Gesamtkonzern bis zum Jahr 2017 vorsieht.
USU Software AG
Die USU-Gruppe ist der größte europäische Anbieter für IT- und Knowledge- Management-Software. Marktführer aus allen Teilen der internationalen Wirtschaft schaffen mit USU-Anwendungen Transparenz, sind agiler, sparen Kosten und senken ihre Risiken. Neben der 1977 gegründeten USU AG gehören auch die Tochtergesellschaften Aspera GmbH, LeuTek GmbH, OMEGA Software GmbH, USU Consulting GmbH sowie die BIG Social Media GmbH zu der im Prime Standard der Deutschen Börse sowie im GEX notierten USU Software AG (ISIN DE000A0BVU28).
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Dienstag, 5. Februar 2013

Big Data und Big Blue

IBM macht Big-Data- und Cloud-Infrastruktur für viele Unternehmen erschwinglicher

Neue Angebote helfen, Fachkräftemangel, Kostendruck und steigende Komplexität der IT besser zu bewältigen

Stuttgart-Ehningen/Armonk, USA – 5. Februar 2013: IBM (NYSE: IBM) kündigt neue Möglichkeiten an, wie eine Vielzahl von Unternehmen die Vorteile von Big-Data- und Cloud-Computing-Infrastrukturen leichter nützen können. Mit der Einführung von acht neuen Power-Server-Systemen, drei neuen hochintegrierten PureSystems-Modellen und neuen Speichersystemen ist es jetzt einfacher und kosteneffektiver als zuvor, cloud-basierte Services schnell bereitzustellen und große Datenmengen zu analysieren.

Mittelständische Unternehmen, die nahezu die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts ausmachen, haben aufgrund von Kosten und nicht ausreichendem Know-how bisher mit Schwierigkeiten bei der Nutzung von Big-Data-Lösungen und cloud-basierten Infrastrukturen gekämpft. Als Ergebnis der heutigen Ankündigung können mittelständische Unternehmen nun eine ähnlich leistungsstarke technische Basis wie große Enterprise-Kunden einsetzen.

Neue Systeme für Big Data

IBM schätzt, dass 2,5 Exabyte an Daten jeden Tag erstellt werden – dies bedeutet, dass 90 Prozent der Daten allein in den letzten zwei Jahren geschaffen worden sind. Unternehmen sind gefordert, einfachere und kostengünstigere Möglichkeiten zu finden, um die vorhandenen Daten zu analysieren und Kundenbedürfnisse daraus abgeleitet in besserem Maß zu erfüllen.

Die heutige Ankündigung hilft, die beiden größten Hindernisse bei der Nutzung von Big Data zu überwinden: die Kosten für die Bearbeitung der Daten und die Komplexität, sinnvolle Ableitungen zu treffen, um Entscheidungen zu fällen.  

IBM bringt jetzt seine POWER7+-Mikroprozessor-Technologie dazu auch in Einstiegs-und Mid-Range-Systeme. IBM POWER-Prozessoren sind eine besser geeignete Plattform für große Datenmengen und Cloud als x86-Chips, da die Virtualisierung, ein wichtiger Bestandteil für Big-Data-Computing, bereits in den Prozessor integriert ist. Noch nie war die Analytikpower in einem Power-System von IBM so kostengünstig zu erhalten.

Außerdem nutzen zwei neue PowerLinux-Systeme (7R1 und 7R2) die POWER7+-Prozessoren für Linux-Workloads. Neu sind auch die Power Systems 750- und 760-Modelle als Konsolidierungsplattform, die automatisch skalieren kann sowie Big-Data- und Cloud-Workloads provisioniert.


Eine weitere IBM Innovation, das „PureData System for Analytics powered by Netezza“, bietet 50 Prozent mehr Datenkapazität pro Rack und ist in der Lage, Daten dreimal schneller zu verarbeiten als Vorgänger. Das System kann bereits in wenigen Minuten gestartet werden. Mit diesem neuen Angebot können Kunden in die Lage versetzt werden, mehr Daten einfacher und schneller zu verwalten, bei gleichzeitig höherer Effizienz im Rechenzentrum.

„Mit der Einführung der neuen Systeme und weiterer Technologien stellt IBM erneut unter Beweis, dass Unternehmen kein aufwändiges IT-Skill-Set benötigen, um Big-Data- und Cloud-Computing-Infrastrukturen Realität werden zu lassen“, sagt Andreas Wodtke, VP Systems and Technology Group, IBM Deutschland. „Durch die fortgeführte Verringerung von Kosten und Komplexität können Kunden aller Größenklassen die nächste Generation des Computings für sich zu nutzen. Wichtig ist mir noch, anzumerken, dass über 100 Experten aus der Hardware- und Firmware-Entwicklung des deutschen IBM Forschungs- und Entwicklungszentrums in Böblingen maßgeblich an der Entwicklung und Umsetzung des IBM POWER7+-Prozessors mitgearbeitet haben.“

IBM vereinfacht die Cloud-Implementierung

Laut einer aktuellen IBM Umfrage gaben fast drei Viertel der befragten Führungskräfte an, ihre Unternehmen habe Cloud-Technologien bereits pilotiert, eingesetzt oder im Wesentlichen implementiert. Dieser Wert steigt laut der Befragung auf 90 Prozent in den nächsten drei Jahren. Doch während die Nachfrage nach diesen Technologien wächst, verfügen viele Organisationen nicht ausreichend über Fähigkeiten oder Ressourcen, sie zu integrieren. Die neuen IBM Systeme tragen dazu bei, dies zu ändern.

Daher kündigt IBM jetzt die Einführung einer neuen Low-cost-Version seines PureSystems-Application-Systems an. Mit seinem Scale-In-Design und integrierter Expertise soll PureSystems Kunden helfen, Komplexität zu reduzieren und sich stärker auf ureigene Unternehmensaufgaben zu konzentrieren.

Alle PureSystems Familienmitglieder sind „out of the box“ für die Cloud gebaut. Das neue Modell mit einer kleineren Grundfläche ist für Organisationen konzipiert, denen die IT-Kenntnisse fehlen, um eine Cloud-Infrastruktur zu implementieren. Innerhalb von 4 Stunden bietet es das an Infrastruktur- und Management-Software Notwendige, um neue Anwendungen schnell in der Cloud oder On-Premise bereitzustellen. Das System macht es leichter, Cloud-Services automatisiert ohne umfangreiches Inhouse-Wissen zu nutzen.

Ein weiteres neues Angebot sind Managed-Service-Provider-(MSP-)Editionen für PureFlex- und Flex-Systeme, die Kunden und IBM Business Partner mit einer Cloud-Bereitstellungs-Plattform unterstützen, die schneller zu implementieren, einfacher zu verwalten und zudem kostengünstiger ist, als der Bau der Plattform selber. Die neuen Angebote können es MSPs ermöglichen, die Betriebskosten um bis zu 50 Prozent zu senken.

IBM stellt darüber hinaus neue Speicher-Systeme vor, um schnelleren Zugriff auf dringend benötigte Speicherkapazität zu erhalten.

IBM SmartCloud Storage Access ist ein neues Software-Paket, das Organisationen private Speicher-Clouds einrichten lässt. Die Software verfügt über ein Self-Service-Portal, in dem jeder Benutzer ein Konto erstellen kann und sich die benötigte Menge an Speicherplatz einrichten kann, um dann das Hochladen von Dateien zu starten - alles mit nur wenigen Klicks und ohne die Hilfe eines IT-Administrators.

„Developed in Germany“

Über 100 Experten aus der Hardware- und Firmware-Entwicklung des deutschen IBM Forschungs- und Entwicklungszentrums in Böblinger haben maßgeblich an der Entwicklung und Technologie des IBM POWER7+-Prozessors mitgearbeitet. Zu den aktuellen Entwicklungsbeiträgen "Developed in Germany" gehören unter anderem das verbesserte Powermanagement, durch das trotz höherer Leistung der Energieverbrauch des Prozessors weiter gesenkt werden konnte, die verbesserten Recheneinheiten, mit der die doppelte Leistung bei einfachen Gleitkommaoperationen erreicht wird, sowie die Optimierungen bei der Qualitätsverbesserung für das Management der Speicheranschlüsse bei den PureFlex- und PureData-Systemen. Die heute angekündigten IBM POWER7+-Systeme verfügen über einen doppelt so großen Datendurchsatz bei gleichzeitig verbesserter Energieeffizienz. Nutzer der IBM POWER-Technologie profitieren von einer deutlich höheren Beschleunigung ihrer Anwendungen.

Finanzierung

IBM Global Financing hilft kreditqualifizierten Kunden, IBM PureSystems-, Power Systems- und System Storage-Technologie zu attraktiven Konditionen zu finanzieren, um ihre Liquidität zu erhalten. Sie können sich damit auf ureigene Aufgaben stärker konzentrieren.

Weitere Informationen über IBM Global Financing: www.ibm.com/financing/

Weitere Informationen über Smarter Computing: www.ibm.com/smarter-computing

Dienstag, 18. Dezember 2012

Arburg spart mit IBM

IBM Presseinformation

ARBURG optimiert seine IT-Umgebung durch neue IBM zEnterprise Server und DS8800-Speichersysteme

Mainframe-Infrastruktur sorgt für hohe Sicherheit, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit

Loßburg/Ehningen, 18.12.2012 – Der Spritzgießmaschinenhersteller ARBURG GmbH + Co KG setzt im Rahmen der Erneuerung seiner IT-Infrastruktur wiederholt auf die Mainframe-Plattform und nutzt IBM zEnterprise Großrechner-Technologie und IBM DB2, um eine umfassende SAP Infrastruktur zu betreiben. Für seine Datenbank-Anforderungen und eine bessere Performance hat ARBURG zwei IBM zEnterprise 114 Server und ein IBM System DS8800 Speichersystem im Einsatz.

Optimierung der IT-Umgebung
Um die SAP Lösungen und weitere IT-Systeme zu betreiben, vertraut ARBURG seit mehr als 40 Jahren auf IBM Technologien. Die Kernaufgabe des SAP ERP Systems ist die effiziente Datenverwaltung sowie die rechtzeitige Bereitstellung von Management- und operationalen Daten an die Entscheidungsträger. In Zusammenarbeit mit IBM startete ARBURG eine Initiative, um die bestehenden ERP Systeme zu aktualisieren und eine neue Generation von IBM zEnterprise-Servern einzusetzen. Die existierenden Lösungen basierten weitgehend auf historisch gewachsenen Anwendungen, die durch Schnittstellen verbunden wurden und nur mit hohem Aufwand zu pflegen waren.

Marktführerschaft dauerhaft sichern
Die Kombination aus „IBM DB2 for z/OS“ basierenden Datenbanken und den beiden zEnterprise 114 Servern verbessert die Skalierbarkeit und Effizienz der IT-Systeme. Als weitere Elemente der SAP Hardware Infrastruktur werden IBM System x-Server als Anwendungsserver und für den Speicherbereich der IBM System Storage SAN Volume Controller sowie IBM Storwize V7000-Systeme eingesetzt. Bestehende Anwendungen wurden in die SAP Lösung integriert und der IT-Betrieb durch zusätzliche Automatisierung noch produktiver gestaltet. Die implementierte Lösung entspricht den Anforderungen von ARBURG und zeichnet sich im Vergleich zur  vorherigen Infrastruktur durch höhere Effizienz, Flexibilitätt und Zuverlässigkeit aus. Durch die Vereinheitlichung der Geschäftsprozesse und der IT-Plattform konnten die Gesamtkosten für den IT-Betrieb reduziert werden.

Effizienz und Kostenreduzierung durch IBM Lösung

„Durch die Migration auf die neuesten IBM zEnterprise 114 Server ist es uns gelungen, den Energieverbrauch um 80 Prozent zu senken. Dank der Implementierung einer IBM System Storage DS8800 Speicherlösung konnten wir außerdem den Stromverbrauch der Festplattenspeicher für die IBM zEnterprise Server um 25 Prozent reduzieren,“bemerkt der ARBURG Bereichsleiter für Informationssysteme, Andreas Dümmler.

"IBM DB2 for z / OS ist unserer Meinung nach die beste Datenbank-Lösung für unsere SAP-Systeme", sagt Stefan Ridinger, DB / DC-Spezialist bei ARBURG. "Diese Lösung ist hoch skalierbar und sehr zuverlässig und wir brauchen keine neuen Betriebs- oder Disaster Recovery-Prozesse zu etablieren. Wir können einfach die vorhandenen Ansätze und Workflows, die wir über viele Jahre entwickelt haben, mit IBM zEnterprise verfeinern."

Über ARBURG
ARBURG GmbH + Co KG ist einer der weltweit führenden Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoffverarbeitung. Im Einklang mit dem Gütezeichen "Made in ARBURG", produziert das Unternehmen 60 Prozent aller Komponenten im eigenen Haus und alle seine High-End-Spritzgießmaschinen für die Kunststoffverarbeitung sind am Hauptsitz des Unternehmens in Loßburg gebaut. Dank ihres modularen Aufbaus können die Maschinen sehr flexibel auf die relevanten Kunden-und branchenspezifische Anforderungen angepasst werden.

Donnerstag, 29. November 2012

1992 GIGAsteps Classics: Insourcing (Teil 7 und Ende)



„Die Sprache besteht in der Sprachgemeinschaft in Gestalt einer Summe von Eindrücken, die in jedem Gehirn niedergelegt sind, ungefähr so wie ein Wörterbuch, von dem alle Exemplare, unter sich völlig gleich, unter den Individuen verteilt wären. Sie ist also etwas, das in jedem Einzelnen von ihnen vorhanden, zugleich aber auch allen gemeinsam ist und unabhängig von dem Willen der Aufbewahrer."

Ferdinand de Saussure, Linguist, 1857 bis 1913[1]

6.0 Primat der Modelle

6.1 Chens Ansatz: Entity Relationship

Trennungsschmerz. Ein Paradigmenwechsel bahnt sich an: „Wir müssen uns von der Vorstellung trennen, dass wir Daten managen, nur um einer Anwendung zu dienen oder einer bestimmten Benutzergruppe", fordert Robert M. Curtice von Arthur D. Little [2]Stattdessen müssen die Daten ‑ losgelöst von den Anwendungen ‑ dem ganzen Unternehmen dienen. „Das Managen von Daten heißt das Managen dessen, was Daten wirklich meinen", befindet der Datenbank‑Experte Daniel S. Appleton, Präsident der Beratungsfirma D. Appleton Inc. in Manhattan Beach (Kalifornien).[3] Subjektive und objektivierte Vorstellungen über das, was Begriffe meinen, müssen übereinstimmen. Die  Datenmodellierung nähert sich damit einem zutiefst philosophischen und schwierigen Thema: der Klärung von Begriffen. Deshalb müssen diese Begriffswelten aus den bestehenden Anwendungen herausgetrennt werden. Ein mitunter schmerzlicher Prozeß, denn damit verbunden ist ein tiefer Blick in die Abgründe so mancher Altanwendung.
Seit mehr als anderthalb Jahrzehnten, seitdem Peter S. Chen von der Louisiana State University 1976 mit seinem Vorschlag eines Entity Relationship Modelling (ERM) die ersten Grundlagen für eine gemeinsame Sicht der Daten geschaffen hatte, wurde die  Datenmodellierung in Fachkreisen immer wieder gefordert.[4] Aber sie wurde lange Zeit aus der Perspektive der Technik und nicht der Begriffe betrachtet.
Wer aber sorgt mit seiner ganzen Expertise für die neue, allgemein‑gültige Sicht? „Die meisten Organisationen haben auch heute noch keine echte Datenadministration", warnt Vaughan Meryl, Chairman der CASE Research Corp.. Die großen Firmen hätten zwar Datenbankverwalter, aber die würden „sich in erster Linie um die technischen Funktionen kümmern. Doch der Datenbank‑Administrator ist der Hüter der Information, der sicherstellen muss, dass die Firma insgesamt eine gemeinsame Sicht der Daten besitzt".[5]
Um das zu erreichen, empfiehlt der Schweizer  Datenmodell‑Experte  Vetter „eine strikte Trennung zwischen Datenbank‑Administrator und Daten‑Administrator", gesteht aber ein, dass aus Kostengründen für viele kleinere Unternehmen nur eine Personalunion in Frage kommt.
Doch dieser Ansatz sollte „nach Möglichkeit vermieden werden", empfiehlt Harald Huber, Datenbankexperte bei der USU Softwarehaus Unternehmensberatung GmbH. Denn man würde „an den Namenkonventionen ziemlich schnell erkennen, ob ein  Datenmodell von einem Datenbanker oder einem Daten‑Administrator gestaltet wird." Der Datenbanker würde „physikalisch orientierte Namen" vergeben. Aber genau das darf nicht der Fall sein, wenn man dem Vorschlag von Chen folgt.
Chens Ansatz war es, die vielen Strömungen der Datenbankmodelle zusammenzufassen ‑ von den hierarchischen bis hin zu den damals gerade erst aufkeimenden relationalen Vertretern. Die Anwender sollten sich über den Inhalt ihrer Daten klar werden, ohne sie gleich wieder aus der funktionalen Sicht der Anwendung zu betrachten. Doch Chen heizte mit seinem Modell nur den internen Wettstreit der Datenbank‑Anbieter an. Sie maßen sich zwar an der vorgeschlagenen „Common View" der Daten. Die Diskussion blieb dabei auf die Fachzirkel beschränkt. Da muss sie nun raus.
Und die Zeichen dafür stehen gut.
Entitäten. Was die Ketten sprengt, macht Mallach deutlich: „Zwischen dem  Datenmodell und dem Datenbank‑Design gibt es einen entscheidenden Unterschied.  Datenmodellierung hat etwas mit dem Geschäftszweck zu tun ‑ und nicht mit Computern. Sie verfährt mit Entities und Attributen, die jene Entities definieren. Datenbanken hingegen kommen in verschiedenen Formen. Das  Datenmodell bleibt immer das Gleiche."[6] Es ist also eine Aufgabe, die sich wegen ihrer Dauerhaftigkeit lohnt, ohne dass die Beteiligten zuerst  Informatiker werden müssen.
Der entscheidende Begriff bei der  Datenmodellierung ist die Entität, sie definiert „etwas Ganzes", erklärt Huber. Gemeint sind damit reale „Wesenseinheiten". Dies kann zum Beispiel ein Angestellter sein oder ein Kunde. Ihnen können Attribute zugeordnet werden wie zum Beispiel „Angestellter arbeitet zu X Prozent an einm Projekt mit".
Aber Entities,  Rhefus nennt sie auch Informationsobjekte, sind nicht für jede Branche gleich. „Entities, die zum Beispiel für eine Bank wichtig sind, interessieren Fertigungsunternehmen überhaupt nicht", meint Mike Galivan, beim kanadischen Stahlgiganten Stelco Inc. in Hamilton (Ontario) für die Systementwicklung verantwortlich.[7] Ergebnis: Letztlich muss sich jedes Unternehmen sein eigenes  Datenmodell schaffen. Es kann allerdings dabei auf branchenspezifischen Konzeptionen zurückgreifen, wie es etwa IBM mit dem COPICS‑Nachfolger CIM APPS für die Fertigungsindustrie vorhält.
Auf der Basis eines  Datenmodells haben die Entwickler die Chance, sich endlich auf das Wesen der Dinge zu konzentrieren: „Die Entwicklung von Datenkonzepten ‑ den sogenannten Entities ‑ ist der wirkliche Schlüsselschritt", formuliert Curtice. „Entities geben eine Terminologie vor, mit der sowohl der Benutzer als auch die Datenbank operieren kann."
Im Idealfall werden damit nicht nur gegenwärtige, sondern auch zukünftige Anwendungen erfaßt. Sicherlich der technische Aspekt ist immer noch da, aber er ist losgelöst von den Anwendungen. Curtice: „Es ist das Design der Datenbank, das  Datenmodell, das uns ein einheitliches Rahmenwerk beschert. Es sorgt dafür, dass alles zusammenpaßt."[8] Der deutsche Datenbankexperte Michael Bauer, Geschäftsführer der Informatik Training GmbH, meint in der Computerwoche: „Der Nutzen eines neuen DBMS ‑ gleichgültig, ob relational oder objektorientiert ‑ erschließt sich erst bei einem sauberen Datenmodell richtig. Und das zu schaffen, kostet Zeit."[9]
Damit setze sich die Erkenntnis durch, dass das  Datenmodell eine ausgezeichnete Schnittstelle zwischen der Fachwelt und der technischen Datenbankwelt bildet, zwischen den Anwendern und der Datenverarbeitung. „Die Entwickler lernen dabei, dass es weitaus wichtiger ist, die Entitäten eines Benutzers zu verstehen als dessen Prozeduren", will Frank Sweet, Präsident der amerikanischen Datenbank‑Beratung Boxes & Arrows in Jacksonville (Florida), der Funktionsorientierung ein Ende setzen.[10] Indes sind in den Prozeduren der Benutzer zumeist die Entitäten begraben. Sie müssen also freigelegt werden. Das ist keine leichte Aufgabe.

6.2 Das Grob‑Grob‑Grob‑Konzept

Kulturrevolution.  Vetter empfiehlt deshalb zuerst die Entwicklung eines „Grob‑Grob‑Grob‑Konzeptes", einer ersten Annäherung an das Unternehmensdatenmodell, in die auch das Top‑Management involviert ist. „Es muss Druck von oben kommen", heißt der kritische Erfolgsfaktor. Nach wenigen Wochen ist ein solcher erster Entwurf zumeist fertiggestellt. In ihm sind die wichtigsten „Objekte" ( Vetter) definiert, die ‑ wie zum Beispiel die Entität „Partner" ‑ auf den ersten Blick „trivial erscheinen", doch hinter denen in Wirklichkeit komplexe Klärungsprozesse stehen. „Ich habe in den zwölf Projekten, die ich mitbegleitet habe, kein Unternehmen gesehen, bei dem die Zahl solcher Objekte höher als acht war."
Bei der DG‑Bank ‑ so bestätigt Brandhofe ‑ waren es zum Beispiel sechs Objekte. Bei der Ausgestaltung zum 1990 fertiggestellten Unternehmensdatenmodell kristallisierten sich dann 160 Entitäten mit insgesamt 2.000 Attributen heraus.
Big Business. Es sind natürlich die großen Anwender, die hier mit gutem Beispiel vorangehen. Die Hoechst AG etwa hat über 15 Fachbereiche hinweg ein hochverdichtetes ERM erarbeitet, das aus rund „70 Entitäten besteht", berichtet Hoechst‑Manager Schmidt. Nach rund neun Monaten war das konzernweit akzeptierte Unternehmensdatenmodell fertig.
Rhefus berichtet, dass innerhalb einer Arbeitsgruppe der Benutzervereinigung GUIDE zum Thema Datenemodelle festgestellt wurde, dass auf Unternehmensebene zwischen 60 und 120 Informationsobjekten definiert würden. Auf Bereichsebene summiert es sich dann bereits zwischen 250 und 400 Informationsobjekte. Zieht man es noch weiter runter, auf die fachliche Detailebene, dann addiert sich das auf bis zu 2.000 Informationsobjekte, die in dem unternehmensweiten  Datenmodell zusammengefaßt werden.
Es steckt also eine Menge Detailarbeit dahinter. Desto wünschenswerter ist es, wenn Hersteller mit  Datenmodellen Hilfestellung geben können. Die DG‑Bank ist zum Beispiel in ein Projekt der IBM Deutschland involviert, bei dem für den Markt der Geldinstitute eine generisches  Datenmodell entwickelt wurde. Es ist das bereits erwähnte Financial Services Industry Data Model (FSI DM), Bestandteil von IBMs Financial Application Architecture (FAA), die wiederum auf der System Anwendungs‑Architektur (SAA) basiert. Und mit dem Entwurf ihres Information Warehouse versucht IBM sogar einen Ansatz, heterogene Welten in dieses Thema miteinzubeziehen.
An solchen Kooperationen und Entwürfen wird deutlich, dass die  Datenmodellierung eine intensive Abstimmung zwischen Herstellern und Anwendern erforderlich macht. „Für IBM ist es ein Feld, bei dem sie ihre Rolle als Systemarchitekt herausstellen kann und muss", erklärt IBM Geschäftsführer Dorn. Dabei sind solche  Datenmodelle aus der Perspektive des Herstellers IBM in mehreren Kontexten zu sehen:
-         in einem internationalen Umfeld. IBM qualifiziert sich hier als transnationaler Hersteller mit SAA.
-         in einem Branchenbezug: IBM erstellt  Datenmodelle gemeinsam mit Kunden und Partnern z.B für Branchen wie Finanzwirtschaft oder Fertigungsindustrie.
-         in einem heterogenen Systemumfeld. Darauf ist letzten Endes der Entwurf des Information Warehouse ausgerichtet.
-         in einer CASE‑Umgebung. Darauf zielt zum Beispiel das ERM im Repository Manager von AD/CYCLE.

Ade, AD/Cycle?

Ende der Superprojekte. Dass dies keineswegs triviale Unterfangen sind, macht die Geschichte rund um den IBMs Repository Manager deutlich. Nach nahezu zehn Jah­ren der Entwicklung musste IBM im Sommer 1992 verkünden, dass es den RM wie geplant nicht mehr geben wird. Das Entstehen von LAN‑gebun­denen Workgroup‑Techno­lo­gien, der Trend zu objektorientierten Pro­grammier‑Systemen und die Auswei­tung der Unix‑Szene torpedieren die heile Welt von AD/Cycle.
Das Realitätsprinzip hatte voll zuge­schla­gen. Große Softwaresysteme wollen der IBM of­fenbar nicht mehr gelingen. Nach­dem bereits OfficeVision auf ei­ne Odyssee nach Nirgendwo & Über­all ge­schickt wurde, drohte AD/Cycle mit dieser Ankündigung ein ähnliches Schicksal. Mit der Ver­heißung, ei­ne schöne, neue Welt für die Software‑Entwicklung zu er­rich­ten, war die auf die SAA‑Welt aus­gerichtete CASE‑Familie im September 1989 angekündigt worden. Ge­stellt unter das Patriat des IBM Repository Ma­nagers (RM) sollte AD/Cy­­cle unternehmensweit den Weg in die seit 30 Jahren ersehnte Wieder­ver­wend­barkeit von Code führen. Doch das Zentralgestirn entwickelte nie jene Leucht­kraft, die sich ih­re Entwickler von ihm erhofft haben. Das harte aber kurze Urteil: zu spät, zu komplex und zu teuer.
Hinzu kam, dass die Zeit der Superprojekte bei den Anwendern schon lange zu Ende war, als IBM noch darauf setzte. Hinter dem Erfolg von SAP, so haben Insider längst ausgemacht, steht nämlich bei vielen Anwendern das Schei­tern eigener Riesenprojekte im Bereich Individualsoftware. Auch IBMs Line of Business Application So­lu­tions rückt seit 1990 immer weiter von der Entwicklung großer monolithischer Softwaresysteme ab und paßt sich dem neuen Trend zu Composite Applications (zusammen­gesetzte Anwendungen) an.
Workgroups. Damit wandelt sich die Anwendungswelt von der zen­tral­gewaltigen Software‑Entwicklung hin zu LAN‑gebunden Work­group‑Umgebungen. In diesem neuen Paradigma arbeiten viele Ent­wicklungsteams, mehr oder weniger losge­löst voneinander, an ver­schiedenen Projekten oder Teilen davon, bei denen der Zu­griff auf ein dediziertes Repositorium genügt. Jenes Zen­tral­system, in dem alle Entwick­lungs­arbeiten global und synchron zusammen­strömen, brau­chen sie nicht mehr oder wenn in einer anderen Form ‑ als Hort von vorgefertigen und wiederverwendbaren Soft­ware­kom­ponenten, die beliebig mit­ein­ander verknüpft wer­den können.
Homogeneität durch Heterogenität. Das bedeutet auch, dass die Systemgrenzen, die AD/Cycle defi­­nierte, gesprengt werden. Ent­wick­lungsumgebungen, die im Unix‑Spektrum ste­hen, können nicht ausgesperrt werden ‑ zumal sie einen nicht unerheblichen und wachsenden Teil der Anwendungswirklichkeit repräsentieren. Merkmal eines Repositorium des neunziger Jahre kann es nur sein, dass ein solcher Manager heterogene Welten zu­sam­menbringt ‑ als composite applications, die der RM in eine homogene Form bringt.
Das wäre dann in der Tat eine überragende Rolle, die einem sol­chen Repositorium zukäme. Versteht man seinen Begriff als einen Ort, in dem etwas abgelegt, genauer: zurückgestellt, wird, dann fungiert es eigentlich als ein Legokasten, dessen Elemente da­zu dienen, die reale Welt als Modell abzubilden. Doch die Software­welt der Superprojekte scheiterte bislang immer wieder bei dem Ver­such, sich der realen Welt informationstechnisch zu bemäch­ti­gen.
Selbst ein  Datenmodell auf der Basis des Entity Relationship Modell (ERM), auch wenn es Daten und Funktionen zusammenbringt, stößt da­bei als Orientierung oder Bauanleitung an seine Grenzen. Denn es ist darauf ausgerichtet, die relationale Welt (DB2) aus­zubeuten, die mehr der Logik der Mathematik als der Spontanei­tät der ereignisgetriebenen realen Welt folgt. Diese mathematisierte Modellwelt, obwohl gerade deshalb von der verwis­sen­schaftlichten  Informatik höchst anerkannt, ist nicht son­der­lich gut ge­eignet Datentypen aus der realen Welt wie etwa Ge­schäftsvorgän­ge und ‑regeln, Grafik, Bewegtbilder, Sprache oder Text zu unter­stüt­zen. Ein Repositorium, das indes diese Ele­men­te nicht in seiner Ablage vorhält, kann nur eine höchst befristete Bedeutung haben. Sie hilft dabei, überhaupt das Denken in Modellen einzugewöhnen.
Die Frage ist nun: Kann es den Transfer eines relationalen Repo­sitoriums zu einer ob­jekt­orien­tier­ten Welt, in der Denken in beliebig konfigurierbaren Mo­del­len möglich und verlangt wird, tatsächlich leisten?
Hier gibt es inzwischen die stärksten Zweifel.
Objektorientierung. Schon technisch gesehen kann dies nur mit ei­nem Höchstmaß an Performance‑Verlusten geleistet werden. Deshalb wird die Forderung immer lauter, dass einem solchen viel­ge­stal­tigen In­for­mationsmodell eine reinrassig objektorientierte Da­ten­bank un­ter­legt sein muss. Sie bringt nach dem heutigen Stand der Technik zu­mindest in Workgroup‑Umgebungen die erforderliche Leistung. Sie reicht indes noch nicht aus, um ein zentrales Re­po­sitorium zu stüt­­­zen, um das AD/Cycle kreisen kann. Deshalb wird sich die SAA‑CASE‑Welt wohl dezentralisieren müssen. Ade heile Welt! Willkommen reale Welt!
Fazit: wenn IBM ihr Allerheiligstes, den Repository Manager ret­ten will, dann muss sie ihn killen. Eine bittere Entscheidung, bei der viele (reale) Manager bei IBM und einige bei ihren Kunden ihr Gesicht verlieren werden. Nur mit ei­nem objektorientierten Ansatz läßt sich die alte und nach wie vor richtige Grundidee über­lie­fern. Fünf Jahre gilt es dabei zu überbrücken, bis ein zentrales Objekt‑RM steht.
In der Zwischenzeit aber bleibt IBM nichts anderes übrig, als die objektorientierten Workgroup‑Angebote Dritter zu akzeptieren und schnell unter Vertrag zu nehmen. Keiner von ihnen wird ernsthaft der Grundidee wi­dersprechen, dass ein solcher zentraler ORM von­nö­ten ist. Jeder von ihnen wird gerne daran mitwirken, dessen Im­ple­mentierung vorzubereiten. Denn er gibt ihren eigenen Produk­ten die richtige Perspektive. IBM aber gewinnt Zeit, ohne Zeit zu ver­lieren.
Alleinstellungsmerkmal. Mit diesen Anstrengungen, die dann in einem Hintergrund‑Repositorium auf ein Metamodell konsolidiert werden, kann es IBM nach Meinung von USU‑Geschäftsführer Udo Strehl gelingen, „ihr Alleinstellungsmerkmal als Systemarchitekt" wieder herauszuarbeiten. „IBMs Philosophie dahinter besteht darin, dass sie nicht länger diktieren will, welche Anwendungssoftware ein Kunde installieren sollte", meint Judith Fischer, Managerin bei The Huntington National Bank in Columbus (Ohio).[11] Indes gibt sie mit der Definition des  Datenmodells eine Menge Kriterien vor, die für die Entwicklung oder Auswahl einer Anwendung wichtig und verpflichtend sind.

6.3 Die zusammengesetzte Welt

IBMs Software‑Vision. Doch das ist ein Anspruch, die einem Architekten, der verantwortlich wirken will, zuerkannt werden muss. Vor allem dann, wenn er praktisch die gesamte Software‑Industrie aufrufen möchte, auf der Basis von  Datenmodellen Produkte zu entwickeln. Das neue Schlagwort dabei heißt composite applications.
In einem vertraulich gehandelten Papier verbreitet IBM die Vision, die hinter diesem Begriff steht. Sie klingt auf den ersten Blick trivial: auf der Basis von IBM‑Architekturen soll sich eine Software‑Gemeinde konstituieren, die Rahmenwerke wie AD/Cycle, Information Warehouse, SystemView etc. mit Anwendungen füllt, die je nach Wunsch des Kunden individuell zusammengesetzt (composite) werden.
Ein kompletter und offener Softwarekorb soll also entstehen, aus dem der Kunde sich nach Herzenslust bedienen kann. Für jedes Problem soll es dabei mehrere Lösungen geben. Manche wurden in IBM‑Labors entwickelt, andere bei Softwarepartnern ‑ und natürlich werden sich auch Kunden daran beteiligen können. Eine Softwaregemeinde auf Gegenseitigkeit soll entstehen, eine community of mutual interests, eine workgroup. Ein prominenter Vorläufer dieses Konzeptes ist bereits aus der AS/400‑Gemeinde bekannt: das MAS 90.
Bei den composite applications werden in den Rahmenwerken der IBM sogenannte boxes definiert, in die nun Dritte ihre Anwendungen hineinentwickeln können. Es wird dabei konkurrierende Angebote für diese boxes geben. Denn Exklusivität ist der Tod des Wettbewerbs und der Kontrapunkt zu jener Offenheit und Reichhaltigkeit des Angebots, die IBM anstrebt. Ihre eigene Aufgabe sieht sie vor allem als Hüter der Architekturen, der Betriebssystemumgebungen, der  Datenmodelle und Schnittstellen, ohne die der Integrationseffekt, auf den diese nach individuellen Gesichtspunkten funktional „zusammengesetzten Anwendungen" zielen, ausbleiben muss.
Systemplattformen wie SAA oder AIX werden von IBM aus einer horizontalen Sicht betrachtet und miteinander vom Betriebsysstem bis hin zum Networking konsistent gehalten. Damit will sie rund 20 Prozent der Ausgaben, die Kunden für Softwaresysteme ausgeben, vornehmlich auf sich lenken. Darüber wölbt sich ein Markt von Querschnittsdiensten, die weitere 20 Prozent des Geschäftes adressieren. Dazu gehören
-         Anwendungstools (z.B. AD/Cycle). Hier, beim application enabling befinden wir uns bereits in einer ersten Sphäre intensiver Kooperationen.
-         die core application services (wie zum Beispiel bei den Datenbanken). Hier wird sich IBM kaum die Butter vom Brot nehmen lassen wollen. Doch sieht man zum Beispiel die Kooperationen, die im Umfeld des Information Warehouse oder SystemView entstehen, dann gewinnt man den Eindruck, dass auch hier die Zeit der monolithischen Gebilde vorbei ist. Und auch bei den
-         die cross systems applications wie Büroanwendungen oder Personalwesen. Hier wird IBM sich kooperativ wie nie zuvor zeigen.
Branchenanwendungen. Doch das Hauptfeld des Marktes und der Zusammenarbeit mit Dritten bilden die branchenspezifischen, vertikalen Anwendungen, die 60 Prozent der Sofwareausgaben von Kunden ansprechen. Das ist der wahre Tummelplatz der Kooperationen, mit denen Nischen und Marktritzen gefüllt werden sollen ‑ von der breitgestreuten Fertigungsindustrie bis hin zu Behörden und Geldinstituten.
Das entscheidende Paradigma, das hinter composite applications steht, liegt in der Neuausrichtung des Geschäftsfocus.
Im Brennpunkt stehten nicht mehr die Produkte, sondern (endlich)  die Probleme der Kunden. Nicht einzelne, monolithisch gestaltete Softwarepakte sollen gepusht werden, sondern die individuellen Wünsche der Anwender sollen aus einem reichgefüllten Korb an (anonymen?) Lösungen bedient werden. Auch das hört sich trivial an, weist aber daraufhin, dass IBM etwas anderes im Sinn hat als die Etablierung von weiteren, ohnehin schon inflationär gehandhabten Markenzeichen.
Deren Bedeutung reduziert sich auf wenige Rahmenwerke wie AD/Cycle oder CIM APPS. Diese Markenzeichen werden aber erst durch die Angebote Dritter, die sich damit identifizieren, zum Leben erweckt. Sie materialisieren sich in der individuellen Situation des Kunden.
Die Reduktion auf wenige Markenbegriffe wird den Softwarehäusern bei ihren eigenen Marketinstrategien wesentlich helfen. Denn die dafür erforderlichen Aufwendungen übersteigen inzwischen die Entwicklungskosten erheblich. Die Softwarekrise wurde für viele Anbieter zu einer Marketingkrise. Viele kleine Anbieter gehen nicht an den Entwicklungsaufwendungen zugrunde, sondern sie brechen unter der Marketinglast zusammen.
Composite applications ist ein Stück Industriepolitik à la IBM. Diese hat allemall bessere Chancen als staatliche Fördermittel oder sonstige Erleichterungen. Was jetzt noch fehlt, ist die Formulierung von Integritätsregeln für die Marketingpraxis. An ihnen muss sich beweisen, wie ernst es der IBM mit der Gründung einer Softwaregemeinde auf Gegenseitigkeit tatsächlich ist. Das wird nicht leicht sein, aber daran wird man den Unterschied zwischen Alter und Neuer IBM messen können. Doch mit der Hinwendung zu objektorientierten Ansätzen, die vielleicht endgültig die Softwarekrise bannen wird, bleibt den Anbietern gar nichts anderes übrig als sich miteinander zu arrangieren.
Die Neue IBM sieht dabei natürlich ihre große Chance. Sie positioniert sich auf diese Weise als ein Dirigent mit Weltgeltung, der das Software‑Orchester durch die Partituren führt. Es sind dabei die  Datenmodelle, die einen entscheidenden Anteil an diesen Partituren haben. Denn sie sind die Grundlage, mit der die Solisten, also die Softwarehäuser, ihre Qualitäten entfalten können. 
Von IBM gemeinsam mit Kunden entwickelte und verfeinerte  Datenmodelle sind aber auch ein Beweis dafür, dass es dem Hersteller tatsächlich um Kundennähe geht. Denn IBM gibt mit ihren Entwürfen den Kunden eine profunde Vergleichsbasis für eigene Schöpfungen. So ist in Großbritannien die National Westminster Bank (NatWest) derzeit dabei, ihr eigenes  Datenmodell mit dem von FAA zu vergleichen.[12] Der Hintergedanke: je größer die Schnittmenge zwischen den beiden, desto sicherer ist die Bank, dass ihr eigener Entwurf stimmig ist mit den Anforderungen ihres Marktes, der zunehmend von unternehmensübergreifenden Aktivitäten geprägt ist.
Umstellung auf DB2 als Anlass. Auch wenn  Datenmodelle unabhängig von der Datenbanktechnologie betrachtet werden können, so hat dennoch die Technik an deren zunehmender Bedeutung einen entscheidenden Anteil. Als sich Mitte der achtziger Jahre die relationalen Datenbanksysteme durchsetzten, war der Ideologie‑Streit der Experten untereinander beigelegt. Zumindest konnten nun die Daten losgelöst von den Anwendungen betrachtet werden, eine riesige Hilfestellung bei der Überwindung der Altlasten.
Bei der DG‑Bank entstand zum Beispiel 1986 auf der Basis von  DB2das unternehmensweite DG Informations‑ und Auskunftssystem, das auf einem  Datenmodell basiert. Dass es indes noch nicht die Integrationsfähigkeit eines zukünftigen Information Warehouse hatte, zeigte sich nach der Not‑Aufnahme der Bayerischen Raiffeisen Zentralbank AG Anfang 1986. Deren gewachsene IMS‑Basis mit ihren eng verwobenen COBOL‑Anwendungen ließ sich nicht ohne weiteres in das neue Auskunftssystem integrieren. Es fehlte das gemeinsame  Datenmodell als Brückenkopf, das auch im Information Warehouse eine Schlüsselbedeutung besitzt.

6.4 Die Kulturrevolution

Höchste Priorität. *] Heute weiß man das alles besser. „Jede wichtige Anwendung muss auf einem  Datenmodell basieren", urteilt Mallach. Aber: „Das Fundament, auf dem das  Datenmodell aufbaut, ist die Datenbank selbst" ‑ und es sind eben nicht die Anwendungen. Diese „können nicht eher stehen, als bis die anderen beiden fest plaziert sind" ‑ die Datenbank und das  Datenmodell.[13]
In dieselbe Richtung denkt wohl auch Harald Huber, Datenmodellexperte bei der USU in Möglingen: „Natürlich ist es Ziel der  Datenmodellierung, ein den Anwendungen gegenüber neutrales Begriffssystem zu schaffen. Nur so kann es die Basis für eine Entwicklung von integrierten Anwendungssystemen darstellen". Doch dann kann ein solches  Datenmodell „automatisch in ein konkretes Datenbankschema transferiert werden. Damit wird es eine entscheidende Grundlage für die Anwendungsprogramme" ‑ und IBM ist nolens, aber noch mehr volens mit ihrem Datenbankangebot im Spiel.
Doch dies ist ein Effekt, es ist nicht Ursache. „Der Einzug von  DB2hat die Diskussion um die Schaffung eines  Datenmodells zwar gefördert, aber dies war nicht der Grund, sondern unser Bemühen, die Software‑Entwicklung zu verbessern", berichtet  Münzenberger über sein Unternehmen. Bei einer Luftlinie sind viele Produkte nicht nur informationsgetrieben, sondern sie sind auch eingebettet in komplexe Vorgänge, die durchaus unternehmensübergreifend wirken. Nehmen wir als Beispiel nur die Reservierung oder die Erstellung der Flugpläne. Das  Datenmodell hilft die Begriffe zu klären und die Abhängigkeiten zu analysieren.
Anstoß für die  Datenmodellierung gab auch bei NatWest die Umstellung auf DB2. Unter dem Namen Customer Relationship Database wurde hier nach Aussage von Ike Richards, Chef der Bankensysteme für die Zweigstellen, „das größte Anwendungs‑Projekt der Welt für IBM  DB2-Datenbank" realisiert, dass vergleichbare Unterfangen an Größe um „den Faktor 4" übertrifft.[14]
Widerstandsbewegung. Na gut. Wichtig ist zu erkennen, dass solche feingeschliffenen  Datenmodelle, die sich dann in Projekten bewähren, nicht über Nacht gedeihen, sondern sie materialisieren sich bei großen Unternehmen über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren. Dabei gilt es mitunter gewaltige mentale Widerstände zu brechen, die vor allen Dingen von den Entwicklern selbst aufgebaut werden. Denn für sie bedeutet es der Umstieg auf das Denken in Modellen.
„Dort, wo es um globalen Modelle geht, können Erfolge erzielt werden", berichtet  Werra. „Aber in der Programmierung sind die Widerstände da. Denn verbunden ist dieser Ansatz mit der Einführung von CASE‑Konzepten. Bei der Gewinnung der Mitarbeiter bedarf es oftmals enormer Anstrengungen".
Damit markiert er die Bruchstelle in der  Datenmodellierung. Bei der Festlegung eines unternehmensweiten  Datenmodells geht es zuerst einmal ja „nur" um ein Grobkonzept, in dem ‑ so Vetter ‑ „typenmäßige aber keine exemplarspezifischen Aussagen über einen zu modellierenden Realitätsausschnitt" getroffen werden. „Es ist neutral gegenüber den Einzelanwendungen und deren lokaler Sicht auf die Daten". Und weiter: „Es stellt das Informationsangebot der Gesamtunternehmung auf begrifflicher (typenmäßiger) Ebene dar und fungiert als Schnittstelle zwischen Anwendungen und Anwender als Informationsnachfrager einerseits sowie Datenorganisation und Datenverwaltung als Informationsanbieter andererseits".[15] Diese Sicht von oben wird indes ergänzt durch die von unten ‑ aus den Projekten. Die hier gewonnenen Erfahrungen müssen in das Grobmodell einfließen. Das heißt: die Datenmodellierung tangiert im hohen Maße die Anwendungs‑Entwicklung. Hier regen sich aber auch die meisten Widerstände.
Richtige Leute. Unbestritten ist, dass  Datenmodelle letztlich zum Nutzen und Frommen aller Benutzer wirken. Es kommt nun vor allem darauf an, dass auch die Entwickler erkennen, dass sie sich nur so aus einer unlösbar scheinenden Pattsituation befreien können. Diese Aufklärung kann durchaus in eine „Kulturrevolution" münden. Es gilt die Widerstände zu brechen. „Mit Saboteuren haben Sie es immer zu tun", warnt  Vetter.
„Systementwicklung auf der Basis eines  Datenmodells ist wie eine Kulturrevolution. Man kann sie nur dann erfolgreich praktizieren, wenn die Projektmitarbeiter diese Kulturrevolution auch wollen", fordert der frühere MBB‑Datenmodellierer  Mistelbauer. Um deshalb so ein Thema wie  Datenmodellierung innerhalb des IS‑Bereichs durchzusetzen, braucht man indes „auch ein bißchen Glück. Es geht darum, die richtigen Leute zu finden." Da gibt es seiner Einschätzung nach Mitarbeiter, die „reden über jene Realität", die sie im funktionalen Blickwinkel haben. Und hier ist die Gefahr groß, dass es „beim Reden bleibt", ergänzt Lufthansa‑Experte Münzenberger.
In Modellen denken. Was stärker gebraucht wird, sind Fachleute, die „in Modellen denken können, die Erkenntnisse aus der praktischen Arbeit als Regeln und Strukturen formulieren können" (Mistelbauer). Solche Streitgefährten zu finden, ist nicht einfach. Deshalb vielleicht seine Beschwörung des Erfolgsfaktors „Glück".
Indes wird immer deutlicher, dass der angeblich so realitätsverhaftete Funktionalismus in eine Pattsituation driftet. Hervorgerufen wird sie durch den existierenden Anwendungsbestand, der allein in der Bundesrepublik einen Wert von mehr als 120 Milliarden Mark darstellt. Wie stark dieses Patt wirkt, macht eine Untersuchung der Beratungsfirma CSC Index Inc. in Cambridge (Massachusetts) deutlich. 142 amerikanischen Top‑Anwender befragte das Institut. Ergebnis: rund 60 Prozent der Anwender gaben zu, dass sie allmählich unter ihrer COBOL‑Altlast zusammenbrechen. Gleichzeitig ist es ihnen unmöglich, überhaupt noch auf neue Anforderungen der Benutzer einzugehen.
Nichts geht mehr.
In der Tat: Wurde bislang angenommen, dass 80 Prozent des Software‑Budgets in die lästige Wartung investiert wird, so erscheint diese Angabe inzwischen als eher konservativ. „Wir waren es bislang gewohnt von einem Verhältnis von 80:20 zwischen Wartung und Neuentwicklung zu sprechen. Doch heute ist diese Relation eher 90:10", befindet Hugh Ryan, Direktor für neue Systeme bei Andersen Consulting in Chicago, dem Informatikzweig der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Entsprechend ist das Stimmungsbild bei den Anwendern. Ryan: „Es herrscht allgemein der Eindruck, dass es immer schwieriger wird, neue Anwendungen herauszubringen".[16]
Modellklemme. Das bringt nun ausgerechnet die  Datenmodellierer in eine Klemme. Denn bislang gehen sie davon aus, dass der Segen ihrer Arbeit nur bei neuen Projekten so richtig wirken kann. Mehr noch: Die Altanwendungen sollen sich „allmählich ausleben, wenngleich dies über einen längeren Zeitraum geschehen wird", weiß  Werra von der R+V keinen anderen Rat. „Ein altes Projekt läßt sich auf  Datenmodelle nicht umstellen", komplettiert Henkel‑Experte Rhefus das Dilemma. Die Situation scheint fatal. „Das Datenchaos wird erst aufgedeckt, wenn es um die Integration geht", konstatiert Breutmann von der Fachhochschule Würzburg. Dann ist der Punkt erreicht, wo das  Datenmodell helfen soll, aber es läßt sich nicht aktiv an dem Integrationsgegenstand anwenden!
Sind die bestehenden Applikationen also doch als „Altlasten" stigmatisiert? Mistelbauer mag es nicht glauben. „In den alten Anwendungen steckt implizit das  Datenmodell", hält er dagegen. Es muss aus ihnen herausdestilliert und in das globale. konzeptionelle  Datenmodell überführt werden. Aber geht der Weg auch zurück?
Ein Beispiel dafür mag der aus COPICS bei IBM entwickelte Nachfolger CIM‑PPS liefern. Hier wurde aus den alten Anwendungen das  Datenmodell herausgefiltert, um schließlich in das auf DB2 umgestellte CIM‑PPS, das im ersten Anlauf den Funktionsumfang beibehält, einzufließen. Doch auch hier wurde deutlich: es ist und bleibt eine Umstellung, die Zeit und Geld kostet.
Es sind Investitionen, die keiner sieht.


[1] Kuno Lorenz: „Die Höhepunkte der sprachlichanalytischen Philosophie ‑ Ludwig Wittgensteins Vermittlung von logischem Empirismus und linguistischem Phänomenalismus" in „Linguistik und Sprachphilosophie, München, 1974, ISBN 3 472 6 1427 3
[2] Datamation, 1/86, Robert M. Curtice: “Getting the database right"
[3] Datamation, 1.5.86, Daniel S. Appleton: „Rule based data resource management"
[4] Datamation, 1.5.86, Daniel S. Appleton: „Rule based data resource management"
[5] Computerworld, 2.7.90, Rosemary Hamilton: „CASE veterans say: lool before you leap">]
[6] Computerworld, 20.8.90, Efrem Mallach: „Without a data model, everything falls down"
[7] Datamation, 1.1.90, Ralph Carlyle: „Is Your data ready for the repository?"
[8] Datamation, 1/86, Robert M. Curtice: „Getting the database right"
[9] Computerwoche, 21.8.92, Michael Bauer: „Kaum eingesetzt und beinahe schon veraltet"
[10] Computerworld, 28.11.88, Frank Sweet: „Database directions"
[11] Computerworld, 27.4.92, Thomas Hoffmann: „IBM shows its flexibility to financial users"
[12] Financial Times, 17.12.91, Dave Madden: „Bankig on a database"
[13] Computerworld, 6.5.91, Rosemary Hamilton: „Indes, Sage pool forces to taken on Case"
[14] Financial Times, 17.12.91, Dave Madden: „Bankig on a database"
[15] Institut '90, IBM Deutschland GmbH, Stuttgart, 12.‑13.9.90, Vortragsunterlagen, Dr. Max Vetter: „Die globale Datenmodellierung zur Lösung des `Jahrhundertproblems der Informatik'"
[16] Computerworld, 26.8.91, Susan Kamp/Joseph Maglita: „Software speeder‑uppers"

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